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Willkommen bei akku e.V.

Der Verein versucht die reiche, vielfältige und inspirierende Kunstproduktion von autistischen Künstler:innen zu unterstützen und sich mit ihr auseinanderzusetzen, Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen und für mehr Diversität im Kunstbetrieb zu sorgen. Akku e.V. geht aus einer Initiative von Autismus Deutschland hervor und hat seit einer großen Ausstellung im Sommer 2010 anlässlich des 40-jährigen Bestehens dieser Vereinigung in der documenta-Halle in Kassel Ausstellungen im gesamten Bundesgebiet und im europäischen Ausland (Spanien, Belgien) organisiert. Informieren Sie sich auf unserer Website über Ziele, Veranstaltungen, Künstler:innen und Möglichkeiten des Engagements im Verein.

Aktuelles

02.04. - 30.04.2026

Visual Narratives

Tomatoast, Luzie Textura, MENIA, Sabine Tollkühn-Klein, Stefan Wepil, Zoée, Ono Ludwig und Lilja Beer

Pashmin Art Gallery | Hamburg

Die Ausstellung Visual Narratives — Kunst aus dem Autismus-Spektrum vereint acht Künstlerinnen und Künstler, deren Werke aus den vielfältigen Erfahrungen des Lebens im Autismus-Spektrum hervorgehen: Tomatoast, Luzie Textura, MENIA, Sabine Tollkühn-Klein, Stefan Wepil, Zoée, Ono Ludwig und Lilja Beer. Die Ausstellung wird am 2. April 2026 — dem Welt-Autismus-Tag — in der Pashmin Art Gallery Hamburg eröffnet und präsentiert ein breites Spektrum künstlerischer Positionen, die zeigen, wie neurodivergente Wahrnehmung zu einer kraftvollen Quelle künstlerischer Imagination und Ausdrucksform werden kann.

Zur Ausstellung:

Mehrere Künstlerinnen und Künstler transformieren Beobachtungen in imaginative Bildwelten. In den visionären Landschaften von Stefan Wepil entfalten sich ganze spekulative Universen, geprägt von kosmischen Bildmotiven, Naturreferenzen und einer von Science-Fiction inspirierten Vorstellungskraft. Tomatoast untersucht Bewegung und urbanen Raum durch poetische Spuren von Licht und Zeit in fotografischen Arbeiten. Die Gemälde von MENIA verbinden figuratives Erzählen mit botanischer Symbolik und vereinen Humor, Sinnlichkeit und mythologische Imagination.

Andere Arbeiten betonen Rhythmus, Muster und haptische Prozesse. Sabine Tollkühn-Klein schafft lebendige ornamentale Kompositionen, in denen Figuren, Symbole und organische Formen zu dynamischen Bildfeldern verwoben werden. Luzie Textura erforscht expressive Linienführung und grafische Reduktion in Zeichnung und Druckgrafik. Die Werke von Ono Ludwig untersuchen Struktur und Materialität durch geschichtete Abstraktion und kontrollierte malerische Gesten.

Im Gegensatz dazu bewegen sich die Gemälde von Zoée in Richtung einer reduzierten Abstraktion, in der Farbe, Oberfläche und Wiederholung stille Wahrnehmungsräume erzeugen, die zur Kontemplation und sensiblen Betrachtung einladen.

Lilja Beer entwickelt eine eigenständige visuelle Sprache durch komplexe Zeichnungen hybrider, chimärenhafter Wesen, die durch dichte Muster, rhythmische Wiederholung und präzise Linienführung konstruiert sind und ein in sich geschlossenes System imaginativer Formen bilden.

Gemeinsam zeigen diese künstlerischen Positionen, dass Autismus keine Einschränkung kreativen Potenzials darstellt, sondern häufig ein Ausgangspunkt für neue Formen des Sehens ist. Sensibilität für Muster, intensive Konzentration, räumliches Vorstellungsvermögen und alternative Wahrnehmungsweisen werden in den hier präsentierten Arbeiten sichtbar. Anstatt Autismus durch eine einheitliche Erzählung zu definieren, offenbart die Ausstellung eine Vielzahl individueller Perspektiven.

Visual Narratives — Kunst aus dem Autismus-Spektrum lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, diese Werke nicht als Illustrationen einer Diagnose zu betrachten, sondern als autonome künstlerische Aussagen, die unser Verständnis von Wahrnehmung erweitern. Auf diese Weise macht die Ausstellung die Vielfalt neurodivergenter Kreativität innerhalb der zeitgenössischen Kunst sichtbar.

 

Ort:
Pashmin Art Gallery | Gotenstr. 21 | 20097 Hamburg

Zeitraum:
2. April bis zum 30. April 2026

Öffnungszeiten:
Mo. – Fr. 10:00 – 17:00 Uhr

Rückblick

20.02. - 21.03.2026

Sog und Streuung – Fokusmodi

Tamino Dathe | Jan Hauschildt | Luzie Textura | Sabine Tollkühn-Klein

level one | Hamburg

Wir leben im Normalzustand paralleler Bildschirmwirklichkeiten: Reize erreichen uns nicht mehr nur nebenbei, sondern ausgewählt, kuratiert, getaktet. Ein Dauerregen aus Bildern, Texten und Signalen, den wir aufnehmen und verarbeiten – und den wir doch selten vertiefen. Inmitten dieser Reizökonomie wird Aufmerksamkeit zur knappen Ressource.

Die Monotropismus-Hypothese beschreibt hierfür zwei Aufmerksamkeitsmodi: Polytropismus meint ein breites Verteilen der Aufmerksamkeit über viele Dinge; Monotropismus eine tiefe Bündelung auf wenige – ein „Aufmerksamkeitstunnel“, der intensive Erfahrungen, Expertise und Flow ermöglichen kann, aber Wechsel und Unterbrechungen auch herausfordernder macht.

Zur Ausstellung:

In dieser Ausstellung treten zwei Studierende der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS Ottersberg) und zwei Künstlerinnen aus dem Kontext von akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V. in einen Dialog. akku e.V. unterstützt bundesweit autistische Künstler*innen, schafft Sichtbarkeit durch Ausstellungen und baut Brücken in den Kunstbetrieb.

Zwischen Sog und Streuung zeigen die Arbeiten, wie Fokus Gestalt annimmt: als sanftes Einrasten, als Verdichtung, als stille Entschiedenheit. Ein In-Resonanz-Kommen mit Material, Rhythmus und Gedanken – heute beinahe eine Utopie.

Die Ausstellung wird kuratiert von Menia von akku e.V. und Prof. Marta Vovk von der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg.

Ort:
level one | Ausstellungsraum der HKS – Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg
Admiralitätsstraße 71 | 20459 Hamburg

Zeitraum:
20. Februar bis 21. März 2026 (26. + 27.02. geschlossen)
Eröffnung am 19.02.2025 von 18 bis 21 Uhr

Öffnungszeiten:
Do/Fr: 14-18 Uhr | Sa: 12-15 Uhr

Rückblick

04.02. - 14.02.2026

ICH MALE DIR MEINE WELT

Weltpremiere: 41st Santa Barbara International Film Festival (US)

Sieben Künstler:innen mit autistischer Wahrnehmung laden ein in ihre Welt: in einer poetischen, partizipativen Dokumentation zwischen bildender Kunst, Klang, Performance und Reflexion. Der Film ist eine Collage über Kreativität als Sprache, Identität und Brücke zur Gesellschaft – jenseits gängiger Klischees.

Zum Film:

ICH MALE DIR MEINE WELT ist ein dokumentarischer Film mit und über Künstler:innen mit autistischer Wahrnehmung. Im Zentrum stehen Menschen, deren außergewöhnliche Begabung in der Kunst als Ausdrucksform liegt – als Möglichkeit, inneres Erleben sichtbar zu machen, gehört und verstanden zu werden und mit der Außenwelt in Beziehung zu treten. Ihre Werke schlagen Brücken von innen nach außen und verleihen Erfahrungen eine Stimme, für die es jenseits der Kunst oft keine Sprache gibt.

Der Film entfaltet sich als vielschichtiges Porträt ebenso wie als künstlerisch-dokumentarische Forschungsreise mit sieben autistischen Künstler:innen in Deutschland, der Schweiz und England. Diese Reise führt durch unterschiedliche Ausdrucksformen: von bildender Kunst über Klangexperimente und Performance bis hin zur reflektierenden Auseinandersetzung mit alltäglichen Lebenssituationen. Gedreht wird an authentischen Orten – in Ateliers, Kunsthäusern, in der Natur sowie in privaten Räumen und persönlichen Lebenswelten.
 
In der partizipativen Zusammenarbeit entsteht eine Collage individueller Aktionsräume, verbunden durch ein gemeinsames, global relevantes Thema: Integration und Diversität. Die Protagonist:innen sprechen in unterschiedlichen „Sprachen“ – bildlich, klanglich, performativ –, doch ihre Botschaft ist universell. Der Film macht Teilhabe und Sichtbarkeit erfahrbar und eröffnet einen vertieften Blick auf das Menschsein in all seiner Vielfalt.
 
„Ich male dir meine Welt“ entstand aus der Begegnung mit Menschen, deren Wahrnehmung anders strukturiert ist – und gerade darin eine besondere künstlerische Kraft entfaltet. Der Film ist eine Annäherung an autistische Künstler:innen, die ihre Welt in Farbe, Klang und Bewegung ausdrücken. Mich interessiert nicht das Anderssein als Abweichung, sondern als eigenständige Form des Sehens und Fühlens. In der Arbeit mit ihnen erlebte ich eine Authentizität und Freiheit, die uns im Alltag oft verloren geht. „Ich male dir meine Welt“ versteht Kunst als Sprache des Daseins – unmittelbar, ehrlich, ohne Erklärung. Es ist kein Film über Autismus, sondern über Menschen, über Wahrnehmung, über die Poesie des Selbstverständlichen. Die Natur bildet dabei den Resonanzraum für eine stille Verbindung zwischen Innen- und Außenwelt – und erinnert daran, dass Vielfalt unser eigentliches Gemeinsames ist.

© Let me paint my world for you, cinematography wes bosch

Festival:

Let me paint my world for you (Ich male dir meine Welt), Deutschland, Schweiz 94min  

41st Santa Barbara International Film Festival (US)
4. – 14. February 2026 – Weltpremiere. Documentary Competition. Der Film wird am 5.2. und 9.2. gezeigt.

Rückblick

7.11. — 24.11.2024

CLOSE ENCOUNTERS

Ausstellung mit neurotypischer und neurodiverser Kunst | Im Rahmen des Transit Filmfests

M26 | Regensburg

Die Intimität von ‚nahen‘ Begegnungen und die Spannung von Beinaheunfälle – in diesem Spektrum der Bedeutung von “Close Encounters” bewegen sich die Werke von neuotypischen und neurodiversen Künstler*innen, die für diese Ausstellung ausgewählt wurden. Wir wollen mit dem Titel das Aufeinandertreffen von Menschen, Erfahrungen, Wahrnehmungen, Materialien, Geschichten betonen und feiern. Dabei sollen die verbindenden Elemente herausgestellt werden, wie viele der gezeigten Werke in der Comic- und Popkultur, der Politik und der Auseinandersetzung mit Materialien verankert sind oder selbst Begegnungen und Bewegungen inszenieren. Es entstehen bedrohliche Fantasiewelten oder Begegnungszonen mit einem fremd gewordenen und neu erfundenen Alltag, die unsere Vorstellungen von Welt und ihren Ordnungen irritieren und erweitern.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit akku e.V. – Autismus, Kunst und Kultur und fügt sich ein in das Programm des Transit Filmfests, das sich unter dem Motto „Hi, How Are You?“ auf die Suche nach dem Fremden und dem Unfertigen begibt. Akku e.V. setzt mit dieser Kooperation ein Anliegen fort, Künstler:innen aus dem Spektrum einen Raum zu geben, die Kunst und nicht den Autismus in das Zentrum zu stellen. Die Ausstellung sucht daher weder eine Konfrontation noch eine Überschneidung, sondern ein Nebeneinander mit der neurotypischen Kunst.

Künstler:innen:
Elena Louise Bastert
verwandelt eine Fährenfahrt von Travemünde nach Helsinki zu einem ebenso gewalttätigen wie verträumten Filmset.

Julius Bobke schafft in seinen Malereien gewaltige Ensembles aus kunsthistorischen Zitaten und gegenwärtigen Referenzpunkten, die auf Meme-, Comic-, sowie Popkultur referieren.

Joe Kooker schafft Serien von Pulloverbildern, die durch Unterschriften mit Ereignissen und Menschen verknüpft werden.

Oskar Lovis inszeniert in seinem Videokunstwerk die Bewegungen und Begegnungen eines rollenden und lebendigen Leinensacks durch deutsche Weide- und Flusslandschaften.

Menia bedruckt Kinder- und Babykleidung mit politisch zu verstehenden Slogans, die als Identitätsmarker bereits die Kleinsten kategorisierbar machen.

Von Andrea Rausch sind Panels aus selbstgestalteten Comics zu sehen, deren einzelne Bände Teil eines übergreifenden Mythos von nuklearer Energie, dem Zusammentreffen mit Außerirdischen und von Flucht und Verfolgung sind.

Carmen S. gestaltet aus Lederimitat und dicken Fäden und Drähten Schuhe, Kleider und Taschen, die zu Abstraktionen von Alltagsgegenständen werden.

Alexander Scharf setzt sich in seinen Arbeiten mit Popkultur, Science Fiction und dem Kino des Horrors auseinander.

Marta Vovk kombiniert großformatige, abstrakte Malerei mit Abbildungen aus Animes und löst den gewohnten Bildraum der Leinwand teilweise ganz auf.

Kuration: Jonas Höschl, Herbert Schwaab
Gefördert durch Aktion Mensch
In Kooperation mit akku e.V. – Autismus, Kunst und Kultur und Transit Filmfest

Podiumsdiskussion | Close Encounters zum Transit Filmfest 2024


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Künstler:innen

Interview mit Stefan Wepil auf youtube

Endlich ist es soweit, das Gespräch zwischen Stefan Wepil und Dr. Herbert Schwaab ist geschnitten und bereit für alle Interessierten, die endlich mehr über die Entstehung der Bilder von Stefan Wepil wissen möchten. Aber schaut doch bitte selbst!


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Anschrift

akku e.V.
c/o autismus Deutschland e.V.
Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus
Rothenbaumchaussee 15
20148 Hamburg

Telefon

0173-41 46 586

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